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Malteser Freudenstadt

Präsident des Malteser Hilfsdienstes auf Antrittsbesuch in der Diözese Rottenburg-Stuttgart

Georg Khevenhüller im Gespräch mit Ehren- und Hauptamt

28.02.2019
Malteser Tagestreff: Alle hatten viel Spaß beim gemeinsamen Tischtennis-Spiel mit dem Präsidenten. Foto: Malteser
Im Malteser Tagestreff: Alle hatten viel Spaß beim gemeinsamen Tischtennis-Spiel mit dem Präsidenten. Foto: Malteser
Lehrrettungswache Plochingen: Präsident Khevenhüller lässt sich von Rettungswachenleiter Christoph Kerber (l.) die elektronische Einsatzdokumentation erläutern. Rechts: Diözesangeschäftsführer Klaus Weber. Foto: Malteser
Lehrrettungswache Plochingen: Präsident Khevenhüller lässt sich von Rettungswachenleiter Christoph Kerber (l.) die elektronische Einsatzdokumentation erläutern. Rechts: Diözesangeschäftsführer Klaus Weber. Foto: Malteser
Treffen mit Stuttgarter Helfern der 7. Einsatzeinheit vor dem Gerätewagen Sanität (GWSan). Foto: Malteser
Treffen mit Stuttgarter Helfern der 7. Einsatzeinheit vor dem Gerätewagen Sanität (GWSan). Foto: Malteser
Diözesanleiter Karl-Eugen Erbgraf zu Neipperg heißt den hohen Besucher herzlich in der Diözese willkommen. Foto: Malteser
Diözesanleiter Karl-Eugen Erbgraf zu Neipperg heißt den hohen Besucher herzlich in der Diözese willkommen. Foto: Malteser
Die Leiter des Stuttgarter SIM-Zentrums, Maximilian Hauber (l.) und Sebastian Spinnler (M.), erläutern dem Präsidenten die Möglichkeiten im Simulationszentrum. Foto: Malteser
Die Leiter des Stuttgarter SIM-Zentrums, Maximilian Hauber (l.) und Sebastian Spinnler (M.), erläutern dem Präsidenten die Möglichkeiten im Simulationszentrum. Foto: Malteser
Austausch mit Mitarbeitern und Geflüchteten in der Gemeinschaftsunterkunft in Stuttgart-Zuffenhausen. Foto: Malteser
Austausch mit Mitarbeitern und Geflüchteten in der Gemeinschaftsunterkunft in Stuttgart-Zuffenhausen. Foto: Malteser
Präsident Khevenhüller mit dem jüngsten Malteser Helfer der Kreisgliederung Rems-Murr. Foto: Malteser
Präsident Khevenhüller mit dem jüngsten Malteser Helfer der Kreisgliederung Rems-Murr. Foto: Malteser

Stuttgart. Zwei Tage durften die Rottenburg-Stuttgarter Malteser den neuen Präsidenten des Malteser Hilfsdienstes in Deutschland, Georg Khevenhüller, zu Gast haben. Bei seinem Antrittsbesuch am 25. und 26. Februar 2019 informierte er sich in Begleitung von Diözesangeschäftsführer Klaus Weber und Diözesanoberin Claudia Kohlhäufl über die ehren- und hauptamtliche Arbeit der Malteser in der Diözese Rottenburg-Stuttgart.

Zu Gast im Malteser Tagestreff
So konnte der Kreisbeauftragte Dr. Carl-Ludwig Graf von Ballestrem den Präsidenten in dem von der Faber-Stiftung geförderten Malteser Tagestreff für Menschen im Frühstadium der Demenz in Esslingen-Weil begrüßen, der bisher einzigen Einrichtung dieser Art in Baden-Württemberg.  Khevenhüller ließ es sich nicht nehmen, mit den anwesenden Tagesgästen eine Runde Tischtennis zu spielen und das von den Gästen gemeinsam vorbereitete Mittagessen zu genießen. Er betonte, wie wichtig diese Angebote angesichts der kontinuierlich wachsenden Anzahl unter Demenz leidender Menschen seien, und fragte die Gäste, wie es ihnen im Tagestreff gefalle. „Hier kommen wir immer gerne her“, bestätigte ihm eine der Damen im Namen aller anwesenden Gäste.

Einsatz im Rettungsdienst
Beim anschließenden Besuch der im Juni 2017 eingeweihten Lehrrettungswache in Plochingen erläuterten Bezirksgeschäftsführer Marc Lippe und Wachenleiter Christoph Kerber dem Präsidenten die Strukturen des Rettungsdienstes in Baden-Württemberg sowie die Ausstattung von Rettungs- und Krankentransportwagen sowie Notarzteinsatzfahrzeug. Besonders beeindruckt war Khevenhüller von der landesweit einheitlichen elektronischen Einsatzdokumentation auf Tablet-PCs, mit der die Rettungsdienstmitarbeiter die komplette Rettungskette von der Alarmierung bis hin zur Übergabe des Patienten an die Klinik erfassen. Als ein Notruf einging, begleitete Khevenhüller den Malteser Kreisarzt Dr. Jochen Herkommer im Notarzteinsatzfahrzeug zusammen mit dem RTW zum Einsatzort. Eine Frau war auf dem Marktplatz vor der Kirche unglücklich gestürzt. „Es war sehr beeindruckend, was unsere Mitarbeiter da leisten“, so der Präsident nach seiner Rückkehr vom Einsatz. Im Anschluss präsentierten sich ehrenamtliche Helfer aus dem Landkreis Esslingen: Heike Klinger, Patrick Jäckel und Frederick Weiss berichteten von ihrem ehrenamtlichen Engagement als sogenannte „First Responder“: Sie werden im Notfall gemeinsam mit dem Rettungsdienst alarmiert und leisten insbesondere im ländlichen Raum oft lebensrettende Hilfe bis zum Eintreffen des Rettungswagens. Der Präsident betonte, wie wichtig eine gute Ausbildung und gute Ausstattung dieser Helfer seien, um gut helfen zu können, und dankte ihnen für ihr herausragendes Engagement: „Sie sind schon da, bevor der Rettungswagen kommt, und sie bleiben auch hinterher da, wenn Sie noch gebraucht werden!“

Katastrophenschutz und Simulationszentrum
Weitere Gespräche und Begegnungen mit ehrenamtlichen Maltesern gab es am Abend in Stuttgart, als der stellvertretende Stadtbeauftragte Philipp Marquardt und Jan Valic, Gruppenleiter der 7. Einsatzeinheit im Katastrophenschutz, den Malteser Gerätewagen Sanität (GW-San) präsentierten. Dieser führt eine umfangreiche Ausrüstung für einen Sanitäts- bzw. Behandlungsplatz, eine Beleuchtungseinrichtung, eine Zeltheizung sowie einen tragbaren Stromerzeuger mit. Für die medizinische Versorgung haben die Helfer Beatmungsgeräte, Defibrillatoren, Verbandmaterial, Infusionen, Krankentragen, Material zum Schienen von Frakturen und eine Vakuummatratze mit dabei. Tief beeindruckt wünschte der Präsident allen Helferinnen und Helfern auch für die Zukunft viel Freude beim gemeinsamen Trainieren und Helfen, bevor er sich von Sebastian Spinnler in die Arbeit des Stuttgarter Zentrums für Simulation und Patientensicherheit einführen ließ, um danach selbst bei einem simulierten Notfall sein Können und seine Reaktionsfähigkeit unter Beweis zu stellen. Beim anschließenden Treffen mit Vorstandsmitgliedern und Beauftragten ließ es sich der Diözesanleiter Karl-Eugen Erbgraf zu Neipperg nicht nehmen, den Präsidenten im Rahmen der Vorstellung des Diözesanvorstandes persönlich willkommen zu heißen.

Wege gelungener Integration
Einen weiteren Höhepunkt bildete am nächsten Vormittag der Besuch in einer Stuttgarter Flüchtlingsunterkunft, in der die Malteser für die Hausleitung und die Sozialbetreuung der Geflüchteten zuständig sind. Im Gespräch mit haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und zwei Geflüchteten aus Syrien und Albanien informierte sich Khevenhüller über die Situation und Bedürfnisse die Flüchtlinge sowie die vielfältigen Projekte der Malteser in der Flüchtlingshilfe und Integrationsarbeit. Begeistert forderte er dazu auf, noch mehr über diese Erfolgsprojekte zu berichten, um der Gesellschaft und Politik zu zeigen, welche positive Wirkung durch diese Arbeit erzielt werden kann und warum sie weiter unterstützt werden muss.

Ambulanter Kinderhospizdienst
Sehr persönlich wurde es für Khevenhüller bei der Begegnung mit einer aus Chile stammenden Familie, deren sechsjährige Tochter unter einer schweren Gendefekterkrankung leidet und weder gehen noch sprechen und kaum hören und sehen kann. Eine ehrenamtliche Hospizmitarbeiterin der Malteser besucht die Familie einmal pro Woche, um mit den beiden kleineren gesunden Schwestern etwas zu unternehmen und der Mutter Zeit für sich zu ermöglichen. „Es ist eine große Gnade, dieses schwere Schicksal so annehmen zu können“, sprach Khevenhüller der Mutter seinen tief empfundenen Respekt aus, und dankte der Hospizhelferin für die Zeit, die sie der Familie schenkt. Bereits 1999 – vor genau 20 Jahren – gründeten die Malteser auf Initiative des Diözesanhospizreferenten Bernhard Bayer in der Diözese Rottenburg-Stuttgart den ersten ambulanten Kinderhospizdienst in Süddeutschland.

Vom Schulsanitätsdienst in die Malteser Familie
Den Abschluss des Programms bildete ein Besuch bei der Malteser Kreisgliederung Rems-Murr in Winnenden. Dort hieß der Kreisbeauftragte Florian Hambach den Präsidenten zusammen mit dem jüngsten Malteser Helfer, seinem zwei Monate alten Sohn Noah, sowie mehreren jugendlichen Maltesern aus Schulsanitätsdienst, Malteser Jugend und Einsatzdiensten willkommen. Sie stellten ihrem Besucher den Weg ihrer Gliederung vor, die ihre Helferinnen und Helfer inzwischen nahezu ausschließlich aus dem Schulsanitätsdienst gewinnt. Hier in der Kreisgliederung Rems-Murr ist es nicht nur gelungen, junge Menschen durch ein Engagement als Schulsanitäter für den Dienst am Nächsten zu begeistern, sondern sie auch nachhaltig in die Malteser Familie aufzunehmen. Nach der Begegnung und dem Austausch mit dieser jungen Gliederung zeigte sich der Präsident begeistert und ermutigte die Jugendlichen: „Die Malteser sind professionell, gut organisiert und gut strukturiert. Da könnt Ihr sehr viel lernen: nicht nur fachliches Know-How, sondern auch Führungserfahrung. Und darüber hinaus auch noch Herzensbildung!“

Hohe Zufriedenheit und gute Wünsche
Zum Abschied dankte Khevenhüller nochmals allen Helferinnen und Helfern für ihre Leistung und auch jenen Mitarbeitern, die ihn die vorangegangenen 48 Stunden begleitet hatten, allen voran Diözesangeschäftsführer Klaus Weber. Dabei betonte Khevenhüller seine hohe Zufriedenheit über alles Gesehene. "Ich wünsche allen Maltesern in der Diözese Rottenburg-Stuttgart weiterhin viel Freude und Erfolg beim Einsatz für die Armen, Kranken und Bedürftigen", so der Präsident, bevor er sich auf die Weiterreise in die Nachbardiözese Augsburg machte.

Weitere Informationen

Spendenkonto: Malteser Hilfsdienst e.V.  |  Volksbank Dornstetten eG  |  IBAN: DE11642624080111117003  |  BIC / S.W.I.F.T: GENODES1VDS